Ein gut strukturierter Businessplan ist das Grundgerüst jeder Gründung. Er hilft Ihnen, die Geschäftsidee klar zu formulieren, die wirtschaftliche Tragfähigkeit zu prüfen und Investoren oder Förderstellen zu überzeugen. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch alle relevanten Punkte.
Warum ein Businessplan wichtig ist
Der Businessplan dient mehreren Zwecken: Er ist internes Steuerungsinstrument, Grundlage für Finanzierungsanfragen und Visitenkarte gegenüber Partnern. Ein strukturierter Plan erhöht die Erfolgschancen Ihres Startups deutlich.
Kurzüberblick: Aufbau der Checkliste
Die folgende Checkliste ist in fünf Kernbereiche gegliedert:
- Executive Summary
- Geschäftsmodell & Marktanalyse
- Produkt & Technologie
- Marketing, Vertrieb & Team
- Finanzplan & Risikoanalyse
1. Executive Summary (Kurzfassung)
Die Executive Summary ist das Aushängeschild Ihres Businessplans — schreiben Sie sie zuletzt, aber platzieren Sie sie an den Anfang.
- Kurze Geschäftsidee: Ein Satz, der das Problem und Ihre Lösung beschreibt.
- USP: Warum ist Ihre Lösung besser als vorhandene Alternativen?
- Markt & Zielgruppe: Wer sind Ihre Kunden (B2B / B2C)?
- Finanzierungsbedarf: Wie viel Kapital wird wann benötigt?
- Meilensteine & Exit-Plan (kurz): Erste Ziele und langfristige Perspektive.
2. Geschäftsidee & Marktanalyse
Problem & Lösung
Beschreiben Sie das konkrete Problem Ihrer Zielgruppe und wie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung dieses löst.
Zielmarkt & Marktgröße
- Definieren Sie den relevanten Markt (TAM / SAM / SOM).
- Quellen nutzen: Branchenberichte, Statistiken, Marktforschungsdaten.
- Wettbewerbsanalyse: Direkt- und Indirekt-Konkurrenten, deren Stärken und Schwächen.
3. Produkt, Technologie & IP
Produktbeschreibung
Funktionen, Vorteile und konkrete Einsatzszenarien. Erläutern Sie, wie Kunden Nutzen ziehen und wie Sie Preisgestaltung planen.
Technologie & Skalierbarkeit
- Technischer Reifegrad (MVP, Beta, Live)
- Skalierungsstrategie (Infrastruktur, Team, Prozesse)
- Geplante Weiterentwicklungen & Roadmap
Schutzrechte & IP
Patente, Marken, Lizenzen — falls vorhanden, kurz nennen. Wenn nicht, erläutern Sie, wie Sie Know-how schützen wollen (z. B. NDA, Entwicklungsverträge).
4. Marketing, Vertrieb & Team
Go-to-Market Strategie
Beschreiben Sie Ihre Kanäle (Inbound, Outbound, Partnerschaften), Preismodelle und typische Customer-Journey.
Vertrieb & KPI
- Vertriebsorganisation (Inside Sales, Field Sales, Channel)
- Wichtige KPIs: CAC, LTV, Churn, Conversion Rate
Team & Organisation
Vorstellung Gründerteam & Schlüsselpersonen: relevante Erfahrung, Rollen, Verantwortlichkeiten. Skizzieren Sie, welche Positionen kurzfristig eingestellt werden müssen.
5. Finanzplan & Risikoanalyse
Finanzplanung (3–5 Jahre)
Der Finanzplan ist das Kernstück für Investoren:
- Umsatzplan: Monatlich für Jahr 1, jährlich für 2–5
- Deckungsbeitrag & Break-even
- Cashflow, Bilanz (ist sinnvoll bei formaler Finanzierung)
- Kapitalbedarf: Seed, Series A – konkrete Beträge und Verwendungszwecke
Risiken & Gegenmaßnahmen
- Marktrisiko: Konkurrenz, Kundenakzeptanz
- Technologierisiko: Entwicklungsverzögerungen
- Finanzrisiko: Cash-Runway & Notfallplan
Praktische Anhänge & Dokumente
- Deckblatt & Inhaltsverzeichnis
- Lebensläufe der Gründer
- Produkt-Demos / Screenshots
- Kundenreferenzen / LOIs
- Detaillierte Finanztabellen (Excel als Anhang)
Vorlage: Kompakte Checkliste zum Abhaken
- [ ] Executive Summary fertig
- [ ] Marktanalyse (TAM/SAM/SOM) dokumentiert
- [ ] Produktbeschreibung + Roadmap
- [ ] Wettbewerbsanalyse abgeschlossen
- [ ] Vertriebskonzept & KPIs definiert
- [ ] 3-Jahres-Finanzplan in Excel
- [ ] Meilensteine & Zeitplan
- [ ] Team-Profile & Einstellungsbedarf
- [ ] Rechtliche Punkte (IP, Gesellschaftsform) geprüft
- [ ] Präsentations-Deck (Pitch Deck) erstellt
FAQ – Häufige Fragen zum Businessplan
Wie lang sollte ein Businessplan sein?
Ein Kern-Businessplan ist in der Regel 10–25 Seiten (ohne Anhänge). Für Investoren ist ein prägnantes Pitch-Deck (10–15 Folien) oft wichtiger; der ausführliche Businessplan dient zur tieferen Prüfung.
Wann reicht ein Lean Business Plan?
Für frühe Validierung reicht oft ein Lean-Canvas oder One-Pager. Sobald Kapitalbedarf besteht, sollten Sie jedoch einen detaillierten Finanzplan vorlegen.
Sollte der Businessplan vertraulich behandelt werden?
Ja. Geben Sie sensible Informationen nur nach Unterzeichnung einer NDA frei, insbesondere bei Technologie- oder IP-sensiblen Themen.
Fazit & Call-to-Action
Ein sauber strukturierter Businessplan ist kein Selbstzweck — er ist Ihr Werkzeug zur Fokussierung, Finanzierung und Skalierung. Nutzen Sie diese Checkliste als Arbeitsdokument: Schreiben, prüfen, iterieren. Für praktische Vorlagen und weiterführende Tipps besuchen Sie unseren Ratgeber-Bereich auf Startupnews.de.
Weiterführende Links: EXIST-Gründerstipendium, KfW Gründerkredit